Weltmacht Rom - Von der Ordnung zum Chaos - Reportage/Doku/Dokumentation/Deutsch

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Im Jahr 203 nach Christus wurden in einer römischen Arena in Karthago Mitglieder einer östlichen Sekte zusammengetrieben und zur Belustigung der Menge gefoltert. Was man ihnen vorwarf, war ihre religiöse überzeugung. Sie nannten sich Christen und viele von ihnen starben einen Märtyrertod. Wie neu entstandene Glaubensgemeinschaften drohten, das Römische Reich auf Dauer zu spalten, wird in dieser Episode der DISCOVERY CHANNEL-Dokumentarreihe über die Weltmacht Rom gezeigt.
Wer sich in Rom aufhielt, sah Menschen aller Nationalitäten: Afrikaner, Inder, Italiener, Gallier und Germanen.
Die Römer schienen das Motto der Vereinigten Staaten von Amerika - E pluribus unum, Einer unter vielen - bereits vorweggenommen zu haben. Im zweiten Jahrhundert nach Christus fand Roms Einwanderungsfreundlichkeit noch auf viele Menschen Anwendung, so auch auf Septimus Severus. Als Nachfolger von Kaiser Commodus bestieg der gebürtige Afrikaner im Jahr 193 den Thron. Severus und seine Gemahlin Julia Donna waren in höchsten Masse abergläubisch. Er hatte sich einem ägyptischen Geheimkult verschrieben, während sie einem syrischen Sonnengott huldigte. Die Römer tolerierten deren Glauben, denn man lebte in einer heidnischen Welt und hiess buchstäblich jedermanns Gott willkommen: Stieranbeter aus dem Iran, Fruchtbarkeitssekten aus Ãgypten sowie Regengötter aus Germanien. Doch allmählich wendeten sich die Römer besonders einem Kult zu, der auf den Leiden eines Mannes beruhte, dem Christentum. Schon bald nach der Kreuzigung des Jesus von Nazareth entstanden im gesamten Römischen Reich Christengemeinden, die von den Machthabern zum Teil heftig verfolgt wurden. Eines der ersten Opfer war Perpetua, die lieber den Märtyrertod hinnahm als Rom Treue und Gefolgsamkeit zu geloben. Im Jahr 64 hatte Kaiser Nero Hunderte von Christen öffentlich unter dem Vorwand massakrieren lassen, sie hätten Rom in Brand gesetzt. Die Christen, von denen es Mitte des dritten Jahrhunderts schätzungsweise fünf Millionen Frauen und Männer gab, schienen sich hervorragend als Sündenbock zu eignen, zumal die Glaubensgemeinschaft in der Tat antirömisch eingestellt war. Das Christentum lehnte den Kaiserkult ab, der wiederum in der Sicht der Herrschenden für den Zusammenhalt des Römischen Reiches als integratives Mittel ausgesprochen wichtig war. Kaiser Diokletian war der Ansicht, die Einheit des Imperiums sei nicht nur militärischer, sondern vor allem religiöser Natur, weshalb er am 24. Februar des Jahres 303 unserer Zeitrechnung eine radikale Christenverfolgung in Gang setzte: Kirchen wurden niedergerissen und Heilige Schriften verbrannt. Glaubensangehörige wurden auf Geheiss des Kaisers zur Zwangsarbeit in Bergwerke geschickt oder ihres Glaubens wegen eingesperrt und misshandelt. Rom, das sich einst durch Toleranz augezeichnet hatte, entpuppte sich mehr und mehr als Regime der Unduldsamkeit.
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