Im Bann des Priesterkönigs - Suche nach den drei Indien (Terra X - Geschichtsdoku - 2008)

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Mitte des 12. Jahrhunderts erhielt Papst Alexander III. ein Schreiben, in dem ein so genannter Priesterkönig seine Hilfe gegen die muslimischen Heere anbot. Doch die traf nie ein. Über Jahrhunderte hielt sich hartnäckig der Mythos von einem sagenhaft reichen christlichen König tief im Osten. Die Dokumentation geht dem Phantom aus dem Mittelalter auf den Grund.
Mitte des 12. Jahrhunderts sind die Kreuzritter empfindlich geschlagen, Jerusalem steht auf dem Spiel. Für Papst Alexander III. zerbricht der Traum vom christlichen "Königreich des Himmels". Da erreicht den Papst eine Botschaft. Als Absender zeichnet ein Priesterkönig namens Johannes, genannt der Presbyter. Er wolle Jerusalem mit "10.000 Rittern sowie 100.000 bewaffneten Fußsoldaten verteidigen und die Feinde des Kreuzes Christi bekämpfen", schreibt dieser. Eilig lässt Alexander III. Kopien des Schreibens zu den Fürsten Europas bringen. Der unerwartete militärische Beistand soll sie zu einem neuen Schlag gegen den Islam motivieren. Doch die Kreuzritter warten vergeblich auf die Entsatzarmee.

Wer war der legendäre Priesterkönig? Und wo lebte er? Die ersten Apostel, die auf ihren Missionsreisen zu den Grenzen der damals bekannten Welt vorstießen, sollen die Kunde von dem geheimnisvollen Herrscher als erste verbreitet haben. An den Höfen kursieren angebliche Augenzeugenberichte und künden vom unvorstellbaren Reichtum des Priesterkönigs. Wer hat den Brief geschrieben, von dem sogar eine Kopie in der Universitätsbibliothek Darmstadt liegt?

Niemand hat den Priesterkönig je gesehen. Dennoch ist er aus den Köpfen der Päpste und Monarchen nicht zu tilgen, zu verlockend bleibt die Idee eines mächtigen Verbündeten im Kampf um die heiligen Stätten. Auch die Handelsmächte des 13. Jahrhunderts suchen nach Johannes, gedeihen doch in seinem Land Pfeffer und andere exotische Gewürze. In jener Zeit wird das Reich des Priesterkönigs in Äthiopien vermutet, und Papst Clemens VI. hofft auf Hilfe aus Ostafrika. Seither stellen die Maler einen der Heiligen Drei Könige als Schwarzen dar.

Die Dokumentation geht dem Mythos vom Priesterkönig auf den Grund. Die Fahndung nach dem Phantom des Mittelalters führt aus den Bibliotheken und Archiven Europas nach Indien, nach Karakorum in der Mongolei und zu den Felsenkirchen im äthiopischen Lalibela. Das Verwirrspiel um die Identität des Johannes offenbart: Das Angebot des unbekannten Helden ohne Taten ist eine Finte, seine Botschaft jedoch steht für das politische Konzept der europäischen Päpste und Regenten, das sich in den Verheißungen des Presbyters auf magische Weise spiegelt.
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